mehr Aufmerksamkeit der (Um)Welt
Mir ist aufgefallen wie wichtig die eigenen Füße sind, als ich mir das Sprunggelenk gebrochen habe. Mittlerweile darf ich ohne Schiene laufen, da ich aber noch nicht in einen normalen Schuh passe (aufgrund der Schwellung) laufe ich eben barfuß. Ich habe zum ersten mal festgestellt, wie seltsam sich ein Teppichboden anfühlt, wenn man es nicht gewohnt ist. Wie hart der Boden eigentlich ist, auf dem man geht. Und das alles immer im direkten Vergleich – gesunder Fuß, gebrochener Fuß.
Daraufhin habe ich mich gefragt, ob der menschliche Körper von Zeit zu Zeit immer empfindungsloser wird. Verkümmern unsere Sinne? Sollten wir nicht Allem ein bisschen mehr Bedeutung beimessen? Oder sollte man vielleicht doch weiterhin sein Leben “blind” genießen?
Kategorien:dem Körper, der Psyche, der Seele, der Umgebung, mehr Aufmerksamkeit
Schön. Ein kleines Blog für die Nachdenklichkeit. Ich hab gestern schon mal einen Kommentar hierzu angefangen, aber gestern war irgendwo nicht der richtige Zeitpunkt. Du hast es zwar außer in der blogroll noch nirgends offiziell gemacht, aber was verlinkt ist, darf kommentiert werden. ^^ (Okay, meine Version von Recht.)
Was du da ansprichst, fragt sich glaube ich jeder irgendwann in seinem Leben. “Wann habe ich eigentlich das fühlen verlernt?” Ich glaube nicht, dass es sich um ein Vergessen der Empfindungsfähigkeit oder zunehmende Empfindungslosigkeit handelt, sondern vielmehr eine Umverteilung der Prioritäten. Unsere Fähigkeit, bewusst zu empfinden, haben wir zugunsten der abgespeicherten und abzuspeichernden gesellschaftlichen Maßregeln und des Inneren Dialogs unseres Selbst mit unserem Ich, der ja permanent in unseren Hirnen stattfindet, ins Unbewusste ausgelagert. Und da bleibt sie auch stecken, bis wir eines Tages feststellen, dass wir nicht mehr wahrnehmen was wir wahrnehmen und uns besinnen.
Nach langer Zeit des scheinbaren Nicht-Fühlens wieder mit den Füßen den Untergrund zu erspüren ist ein absolut fantastisches Gefühl. Als ob man etwas wiederfinden würde, das man lange verloren glaubte. So ging es mir zumindest, als ich einer spontanen Eingebung folgend bei einem Spaziergang einfach aus den Stiefeln stieg und barfuß weiterlief. Obwohl ich ja wusste, dass es gefährlich ist, im Wald barfuß zu laufen.
Ich glaube, bei dir ist das wegen des Bruchs noch ein gutes Stück extremer, weil du jetzt praktisch die Chance auf einen Neuanfang hast. Es ist wirklich eine Bereicherung, sich seiner Gefühle wieder bewusst zu werden.
Weiter so. Ich mag deine Gedankengänge.
LG, Durloth
Natürlich darf es kommentiert werden. ^^
Da stimme ich dir vollkommen zu. Vielleicht ist die “Empfindungslosigkeit” auch nur Automatismus. Ist der Mensch von vornherein so veranlagt automatisch zu handeln? Machen wir vllt. auch deswegen Fehler, weil wir nicht vorher über das Ergebnis und mögliche Konsequenzen nachdenken? Würden wir Fehler machen, wenn wir uns vorher besinnen?
Es muss ein herrliches Gefühl gewesen sein barfuß, den Waldboden unter den Füßen zu spüren. Waldboden ist allerdings eine Sache die ich momentan noch nicht machen kann. ^^ Aber ich möchte bald mal die Straße unter den Füßen spüren. Teppich, Laminat und Fließen kenn ich ja jetzt schon.
Ja der Bruch hat mir nicht nur einen Neuanfang im Laufen und körperlichem Fühlen gegeben, sonder auch darin meinen Körper meine Psyche besser kennen zu lernen. Ängste die sich breit gemacht haben, verstehen lernen, überwinden, verarbeiten. Manchmal fühle ich mich wie ein kleines Kind, das laufen gelernt hat. In allen Beziehungen!
Danke für dein Lob. ^^ Freu mich auf weitere Kommentare
LG, Phyrille